SPD Neu-Anspach warnt vor Risiken der Planungen im Wenzenholz

Die Diskussionen um die geplante Entwicklung des Gebiets Wenzenholz – zuletzt durch den BUND -– zeigen, dass die geäußerten Bedenken ernst genommen werden müssen. Die SPD Neu-Anspach hat deshalb in der Stadtverordnetenversammlung die weitere Verfolgung des Vorhabens nicht mitgetragen und von Anfang an auf erhebliche Risiken hingewiesen.

Im Mittelpunkt der Kritik steht aus Sicht der SPD insbesondere die zunehmende Hochwassergefahr für den Stadtteil Westerfeld. Dieser Bereich von Anspach ist bereits in der Vergangenheit mehrfach von Hochwasserereignissen betroffen gewesen. Die geplante Bebauung in Hanglage sowie die damit verbundene Flächenversiegelung könnten den Oberflächenabfluss bei Starkregen deutlich verstärken und bestehende Risiken weiter erhöhen.

„Wer Flächen in dieser Topografie bebaut, muss sich sehr genau mit den Folgen für tieferliegende Wohngebiete auseinandersetzen“, erklärt Dr. Kevin Kulp, Fraktionsvorsitzender der SPD Neu-Anspach. „Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass Starkregenereignisse zunehmen. Eine zusätzliche Belastung für Westerfeld halten wir für nicht verantwortbar. Insbesondere bei einem Höhenunterschied von knapp 20 Metern wäre ein Stauraumkanal als massiver Eingriff in Natur und Landschaft erforderlich.“

Neben dem Hochwasserschutz sieht die SPD auch erhebliche naturschutzfachliche Bedenken. Die betroffenen Flächen erfüllen wichtige Funktionen für Klima, Boden und Artenvielfalt. Vorgesehene Ausgleichsmaßnahmen können den Verlust von gewachsenen Strukturen und Lebensräumen aus Sicht der SPD nur unzureichend kompensieren – zumal solche Maßnahmen häufig erst langfristig wirken, während die Eingriffe dauerhaft sind.

Besondere Sorge bereitet der SPD zudem die langfristige Trinkwasserversorgung, vor allem mit Blick auf das neben dem Gewerbegebiet zusätzlich angedachte Wohngebiet, das in seiner Dimension der Größe eines ganzen Stadtteils entspräche. Eine solche Entwicklung würde den Wasserbedarf der Stadt deutlich erhöhen und wirft grundlegende Fragen zur nachhaltigen Versorgung auf.

„Wenn über neue Wohngebiete in dieser Größenordnung nachgedacht wird, muss von Anfang an klar sein, wie Trinkwasser langfristig gesichert werden soll – auch weil wir weniger Wasser bekommen werden“, betont Sandra Zunke, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD Neu-Anspach. „Diese Fragen sind bislang nicht ausreichend beantwortet.“

Grundsätzlich stellt die SPD Neu-Anspach die Frage, ob es noch zeitgemäß ist, weitere großflächige Areale zu versiegeln. „Wir brauchen eine verantwortungsvolle Abwägung zwischen wirtschaftlicher Entwicklung, Wohnraumbedarf und dem Schutz von Mensch und Umwelt“, so Zunke weiter.

Die SPD fordert daher, die vorgebrachten Bedenken umfassend und transparent zu prüfen, bevor weitere Schritte unternommen werden. Dazu gehören belastbare Aussagen zu Hochwasserschutz, Wasserhaushalt, Naturschutz und den langfristigen Folgen für die Stadt. „Unsere Zurückhaltung bei der bisherigen Entscheidung war bewusst gewählt“, fasst Dr. Kulp zusammen. „Sie ist Ausdruck unserer Verantwortung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern – insbesondere denen, die mögliche Folgen unmittelbar zu spüren bekämen.“