Neuigkeiten

03.09.2020
Pressemitteilung: Diskussion ums Jugendhaus

Mit großem Erstaunen und Erschrecken haben der SPD-Parteivorsitzende Kevin Kulp und der Fraktionsvorsitzende Dr. Jürgen Göbel die Debatte in der vergangenen Stadtverordnetenversamm-lung um die Zukunft des Jugendhaueses verfolgt. „Es ist traurig, wie wenig Interesse CDU, Grüne und Freie Wähler an einer sachlichen Auseinandersetzung gezeigt haben“, resümiert Kulp. Zur Erinnerung: SPD und b-now hatten beantragt, ein neues Konzept für das Jugendhaus aufzustellen und dabei notfalls die Verträge mit dem Betreiber VzF zu kündigen. Hierzu sollte nach einem Änderungsantrag der NBL eine Debatte im Sozialausschuss stattfinden. „Das Jugendhaus kostet die Stadt im Jahr über 200.000€, also Geld, das wir insbesondere in Corona-Zeiten nicht haben“, erläutert Göbel. Gleichzeitig sei die Nutzung des Jugendhauses durch die Jugendlichen selbst nach eigenen Erhebungen des VzF mit nur ca. 16 Besuchen pro Tag im Jahr gering. „Das alles sind Beträge, die der Steuerzahler finanzieren muss und die sich die Stadt schlicht nicht leisten kann“, betont Kulp und Göbel fügt hinzu: „Es ist ein politisches Armutszeichen, wenn die drei genannten Gruppierungen sogar eine sachliche Debatte über dieses Thema verweigern.“ Mit dieser Verwei-gerungshaltung komme die Stadt nie aus den Schulden heraus. Auch sozialpolitisch ist eine Än-derung der bestehenden Verhältnisse dringend geboten, betont auch Kulp, der den gemeinsamen Antrag nicht auf bloße finanzpolitische Maßnahmen reduziert sehen will. „Wir wollen ein Haus der sozialen Träger, das eine echte Anlaufstelle für die Bürger von Neu-Anspach ist und nicht nur eine – wenn überhaupt halbherzig angenommene – Aufbehwahrungsstätte für Jugendliche.“ Durch die Ansiedelung diverser sozialer Einrichtungen wie der Tafel und des Caritas-Laden im Jugend-haus, würde auch das soziale Bewusstsein der Jugendlichen gestärkt, sind Göbel und Kulp über-zeugt. Besonders schade sei es für das Café Hartel, dem man mit seiner äußerst wichtigen sozialen Arbeit über das Ende des Jahres hinaus eine Zukunftsperspektive geboten hätte. Klar ist für beide auch, dass natürlich ein Teil des Hauses weiterhin Treffpunkt für Jugendliche bleiben muss. „Hierzu hatten wir im Antrag deutlich gemacht, dass gerne auch der VzF, mit dem die Stadt gut zusammengearbeitet hat, ein Angebot im verminderten finanziellen Umfang vorlegen kann.“ Schließlich sei es nie um die Verlässlichkeit des VzF als Vertragspartner gegangen, sondern um das nicht mehr finanzierbare Angebot. „Aber auch hierzu haben CDU, Grüne und Freie Wähler, die in den vergangenen Jahren nicht einen einzigen signifikanten Sparvorschlag in dieser Größen-ordnung gemacht haben, jede Debatte verweigert“, ärgert sich Kulp. Und Göbel betont abschlie-ßend: „Die drei Parteien mögen ihr Verhalten vielleicht im Hinblick auf die kommende Kommu-nalwahl als klug empfinden, doch die finanzielle Zeche zahlen die Bürger und sozialen Einrich-tungen in der Stadt.“ Daher werde die SPD ihr Möglichstes tun, um die eingebrachte Idee bis zum Ende des Jahres doch noch durchzusetzen.

01.09.2020
SPD-Orstermin beim Caritas-Laden

Was geschieht, wenn Corona-Virus und helfende Hände aufeinander treffen?
Um diese Frage beantwortet zu bekommen, machte sich die Gruppe von SPD-Mitgliedern rund um den stellvertretenden Vorsitzenden Günter Siats auf den Weg zum Caritas-Laden in der Bahnhofstraße von Neu-Anspach. Elke Hoewer, die für den Caritas-Laden seit einigen Monaten verantwortlich ist, begrüßte ihre Gäste zusammen mit ihrer Kollegin Martina Arndt, verantwortlich für die Caritas Beratung im Hochtaunuskreis.
„Hinter der Idee der Caritas-Läden stehen vier Prinzipien. Wir wollen gemeinnützig sein, unterstützend, solidaritätsstiftend und ressourcenschonend“, erläutert Elke Hoewer und erklärt, dass mit der Gemeinnützigkeit Familien und Alleinstehenden mit geringem Einkommen günstig einzukaufen ermöglicht wird. Mit gut erhaltenen Gebrauchtwaren zu fairen Preisen wird dieser Personenkreis unterstützt und mit der Koordinierung ehrenamtlichen und bürgerschaftlichen Spender- und Sponsorenengagements Solidarität gestiftet. Und nicht zuletzt wird mit der Weitergabe und Wiederverwendung von noch guten Sachen die Umwelt ressourcenschonend entlastet. Dreimal in der Woche ist der Laden für jeweils drei Stunden geöffnet, um bedürftigen Menschen Sachen anzubieten, die über die Grundbedürfnisse wie Essen und Trinken hinausgehen. Und hier setzte auch die Frage von Klaus Mally an, wie sich denn die Pandemie auf den „Geschäftsbetrieb“, die Klientel und das Warenangebot auswirkt.
„Der Geschäftsbetrieb ist insofern eingeschränkt, dass sich zur Zeit immer nur maximal drei Kunden im Laden aufhalten dürfen“ erklärt Hoewer und Arndt ergänzt, dass das Klientel sich schon geändert hat. Im Moment werden zwar keine Kundenkarten, die abhängig von der persönlichen Einkommensgrenze sind, ausgegeben. Aber aus Rücksicht auf die durch die Corona bedingt verordneten Kurzarbeiten erzeugte zusätzliche Bedürftigkeit haben mehr Menschen das Recht, im Laden sehr günstig einzukaufen. Ein weiterer Corona-Effekt ist das aktuell recht große Angebot an Waren, da viele Menschen in den vergangenen Monaten durch die „Zwangspausen“ Gelegenheit hatten, ihre eigenen Bestände zu prüfen, noch gute Dinge auszusortieren und dem Caritas-Laden zu spenden.
Überrascht waren die Besucher über das Ambiente und Elke Hoewer erklärte „wir versuchen, uns wie eine Boutique darzustellen, um der Klientel das Gefühl zu geben, sich etwas Schönes leisten zu können und damit auch einen schönen Tag zu haben.“
Unterstützt wird Elke Hoewer durch insgesamt 25 ehrenamtliche Helferinnen, die jüngste Anfang dreißig, die älteste über 80 Jahre alt. „Leider haben wir keine ehrenamtlichen Männer. Die könnten wir für die Eintrittskontrolle und den Transport der schweren Kleidersäcke gut gebrauchen. Aber vielleicht meldet sich ja jetzt jemand“ ergänzte Martina Arndt mit einem Lächeln.
Mit einem herzlichen Dankeschön beendeten die Sozialdemokraten den Besuch

24.08.2020
SPD-Ortstermin „Zur Talmühle“

Auf wie vielen Beinen muss ein Unternehmen stehen, damit es eine Krise überstehen kann? Die Antwort darauf bekam die Delegation der SPD Neu-Anspach um den Vorsitzenden Kevin Kulp beim Ortstermin im Gasthaus Zur Talmühle. Im Vordergrund standen jedoch die jedem dieser Besuche zu Grunde liegenden Fragen, wie der Betrieb die Corona-Pandemie erlebt – und vor allem bewältigt.
Heidelore Priester, Chefin des Gastbetriebs, war gerne bereit, Auskunft über die Auswirkungen von Corona und die getroffenen Maßnahmen zu geben. „Nachdem wir für zehn Wochen geschlossen hatten und feststellten, dass der Außer-Haus-Verkauf nicht lohnt, haben wir alle vorgeschrieben Maßnahmen getroffen, den Gastbetrieb wieder zum Laufen zu bringen“, so Frau Priester. Tische und Stühle wurden so gestellt, dass die Abstandsregeln eingehalten werden können. Maskenpflicht ist obligatorisch, Gäste dürfen sie am Tisch abnehmen. Salz- und Pfefferstreuer und Blumen auf den Tischen sind jetzt erst wieder erlaubt und Servieren und Abservieren von Gläsern, Geschirr und Bestecken musste personell und räumlich neu organisiert werden. Mit drei Festangestellten und bedarfsweisen Aushilfen wurde ein 2-Schicht-Betrieb eingeführt, um eine klare Trennung des Personals zu erreichen – und Feiern wurden keine ausgerichtet. „Ein Familienbetrieb ist hier natürlich klar im Vorteil“ meinte Frau Priester, „mein Mann, meine Tochter und mein Schwiegersohn können schnell einspringen, wenn zusätzlicher Bedarf vorhanden ist.“ So musste für die Festangestellten nur für zwei Monate Kurzarbeitergeld beantragt werden, „was sehr schnell ausgezahlt wurde, und die Soforthilfe vom Staat kam tatsächlich sofort“, lobte Priester. Ein weiterer großer Vorteil des weit über Neu-Anspach bekannten Ausflugsziels ist der angeschlossenen Garten, der reichlich Platz für die Gäste bietet. Das momentan geltende Reservierungsgebot ist allerdings ein Nachteil für die Laufkundschaft, die Wanderer ja typischerweise sind. Die Vorbereitungen für den Herbst und den Winter, wenn die Wild- und Schlachtessen wieder angeboten werden und keiner mehr draußen sitzen will, werden jetzt schon getroffen.
Die Frage aus der Runde, „akzeptieren denn die Gäste die Corona Maßnahmen des Lokals?“ beantwortete Frau Priester mit einem entschiedenen „Ja!“ Seit sie wieder geöffnet haben, hat sich bisher noch kein einziger Gast beschwert und alle halten sich an die Regeln. „Wenn das doch überall so wäre, dann würden die Fallzahlen sicher nicht wieder so steigen, wie momentan“ ergänzt sie.
Wolfgang Rühl, der Bruder der Chefin, ergänzte die Gesprächsrunde und erläuterte die gesamte wirtschaftliche Situation. „Spezialisierung nutzt nichts, wir sind breit aufgestellt, da gleicht es sich aus.“ war seine Erklärung. Und da waren sie, die Beine. Bei der Talmühle sind es insgesamt sieben, die Gastwirtschaft und die Landwirtschaft mit Weizen- und Rapsanbau und Grasland auf ca. 100 ha Land, die Viehhaltung mit Mutterkühen und Schweinen und die Pferdepension. Und so konnten die Einbußen im Gastgewerbe durch die Einnahmen in der Landwirtschaft einigermaßen ausgeglichen werden und die Verluste durch die Trockenheit beim Gras durch die gute Ernte bei Raps und Weizen.

16.08.2020
SPD-Ortstermin Wörner & Schmitt by Becci

„Wir haben es sofort ordentlich gemacht, bis auf wenige Ausnahmen hat es gut funktioniert.“ Die Besucher der SPD Neu-Anspach um ihren Vorstand Günter Siats und den Fraktionsvorsitzenden Prof. Dr. Jürgen Göbel brauchten gar nicht erst zu fragen, wie Geschäft und Postfiliale in Corona-Zeiten unter einen Hut gebracht werden konnten. Rebecca Trenczek, die Geschäftsführerin von Wörner & Schmitt by Becci in der 4. Generation, und ihre Mutter Ilse Trenczek wiesen bereits bei der Begrüßung auf die Desinfektionsstation, die Corona-Hinweisschilder und die „Einbahnstraßenregelung“ bei der Poststelle hin. Und so kam ohne Umwege das Gespräch auf die Auswirkungen der Pandemie auf den Geschäftsbetrieb. Bei zwei fest angestellten Mitarbeiterinnen war Kurzarbeit wegen des Vier-Augen-Prinzips bei der Poststelle nicht möglich. „Wir haben allerdings die Corona-Hilfe vom Staat angenommen, wobei uns die Stadt ganz hervorragend unterstützt hat,“ lobte Rebecca Trenczek. Aber ohne die Hilfe ihrer Mutter und die starke Unterstützung ihrer Mitarbeiterinnen wäre die Gesamtsituation deutlich schlechter gewesen. Denn, so erzählte sie, „wir schaffen es nur als Team – oder gar nicht!“
„Wie kann man eigentlich mit einem solchem Geschäft angesichts der großen Konkurrenz und des Internets existieren?“ war die Frage von Jürgen Göbel. Da war Rebecca Trenczek in ihrem Element. So sieht sie die anderen Geschäfte nicht als Konkurrenz, sondern als Mitbewerber. Und im Wettbewerb kann man durch bessere Leistung gewinnen. Ihr Geheimnis ist die Kundenbindung, und „Beratung ist das Zauberwort, damit können wir leben.“ Und weiter lobte sie die Neu-Anspacher Bevölkerung, von der sie meinte, „die Anspacher unterstützen einander durch Kauf vor Ort und Mund-zu-Mund-Propaganda“. Ilse Trenczek, vor Übergabe an ihre Tochter die Chefin im Haus, ergänzte, dass die Postfiliale ein Bonus bei der Gewinnung von Neukunden sei. Ein weiterer Vorteil sei auch die relativ breite Produktpalette.
„Gibt es irgendetwas, wo wir helfen, was wir verbessern können?“ war eine Frage aus der Runde der Politiker. „Unser Standort in der Ortsmitte von Anspach ist nicht sehr vorteilhaft“ war die spontane Antwort von Rebecca Trenczek. „Eine Wiederbelebung der Ortsmitte, Veranstaltungen an der Kirche, der Nikolausmarkt im Wechsel mit dem Feldbergcenter, das wäre toll!“ Diese Wünsche gab sie den Besuchern mit auf den Weg.

08.08.2020
Betriebsbesichtigung bei Taunus-Menü-Service

Wie ergeht es eigentlich einer Großküche in Corona-Zeiten, deren Hauptkunden Schulen, Kindergärten und Kliniken im Hochtaunuskreis sind? Antworten auf diese Frage suchte eine Abordnung der SPD Neu-Anspach bei einem Besuch des Taunus Menü Service (TMS) in der Rudolf-Diesel-Straße. Der Vorsitzende Kevin Kulp, sein Stellvertreter Günter Siats und ihre Mitstreiter aus Partei und Fraktion waren sehr gespannt, wie Prokurist Patrick Linden bei einem Rundgang durch die Produktionsstätte sowohl den Produktionsablauf für die bei normalen Zeiten täglich ca. 4500 Essen als auch den Einfluss der Pandemie auf den Geschäftsverlauf erläutern wird.
„Bitte ziehen Sie sich die Schuh-Überzieher an, sonst dürfen wir nicht in die Reinraum-Bereiche.“ So begann Linder seinen Rundgang im Wareneingang. Hier werden von Montag bis Freitag von drei Großlieferanten und einer Reihe kleinerer Spezialfirmen, wie etwa für frische Brötchen, alle Zutaten für die zu kochenden Menüs angeliefert. Die Frage nach den Eigentumsverhältnissen und dem Geschäftszweck der TMS beantwortete Patrick Linden „die Taunus Menü Service GmbH ist eine Gesellschaft des Hochtaunuskreises. Sie hat die Aufgabe, die Hochtaunus-Kliniken und andere öffentliche und soziale Einrichtungen im Hochtaunuskreis mit Lebensmitteln zu beliefern.“ Neben allen Grundschulen und acht weiterführenden Schulen des Hochtaunuskreises gehören dazu auch etliche Kindergärten und seit Übernahme durch das DRK auch das Hochtaunus-Stift in Neu-Anspach.
In den Produktionsräumen, wo die Menüs zubereitet werden, und in denen man die Totalrenovierung aus den Jahren 2018 und 2019 besonders gut erkennen konnte, kam die Gruppe schnell auf ihr Hauptanliegen zu sprechen. „Wie viele Menschen sind hier beschäftigt? Haben Sie Kurzarbeit beantragt? Wie viel Umsatzeinbuße haben Sie? Müssen Sie Mitarbeiter entlassen?“ Die Fragen schwirrten nur so durch den Raum. Und Linder konnte alle diese Fragen mehr als zufriedenstellend beantworten. „Wir beschäftigen insgesamt etwa 100 Mitarbeiter, davon zwischen 35 und 40 hier in der Zentrale. Der Rest ist im Außendienst. Nein, wir haben keine Kurzarbeit beantragt, und Nein, wir müssen auch niemanden entlassen.“ Denn, so sagte er, „unser Vorteil ist, dass wir als Unternehmen des Kreises nicht profitorientiert arbeiten müssen, sondern kostendeckend mit Investitionsreserve.“ Und er erläutert weiter, dass der TMS jedoch für 3Monate ca. 2500 Essenslieferungen pro Tag für Schulen und Kindergärten fehlen, aber „wir haben ohnehin Erfahrung mit periodischem Umsatzrückgang, da Schulen ja auch ohne Corona in regelmäßigen Abständen Ferien haben und nicht mit Essen beliefert werden können. Und da weiß man, wie Personal und Ware zu planen ist.“
Die Frage aus dem Besucherkreis, was denn an Schulen besonders gut ginge, konnte Patrick Linden am Schluss des Rundgangs mit einem Schmunzeln beantworten „Mit Milchreis ist der betreffende Kollege manchmal den ganzen Tag an drei Kesseln beschäftigt. Der geht in Schulen besonders gut!“
Erstaunlich, oder?

03.08.2020
SPD Ortstermin beim „Adler“ im Hessenpark

Erneut haben sich einige Mitglieder der SPD auf den Weg gemacht, einen Neu-Anspacher Betrieb zu besuchen. Wieder wollen sie herausfinden, wie sich die Corona-Pandemie auf den Geschäftsverlauf auswirkt, ob Hilfe von den politischen Akteuren notwendig ist und wie die Zukunft gesehen wird. Das Ziel ist diesmal das Wirtshaus Zum Adler auf dem Marktplatz des Hessenparks, das unter neuer Leitung im vergangenen März wieder eröffnet wurde. „Ich bin dankbar, dass Sie den Weg zu uns gefunden haben“ begrüßt Peter Stürtz mit seiner Frau Claudia die Besucher. „Im März waren wir mit der Sanierung des Adlers pünktlich fertig und wollten die Wiedereröffnung groß feiern – und dann kam Corona!“

Aber als erfahrener Gastronom, er ist zusätzlich Geschäftsführer des Hirschgartens in Bad Homburg und führte 17 Jahre lang den Feldberghof auf dem Großen Feldberg,  ließ sich Peter Stürtz davon nicht schrecken. Nicht nur die gesamte Gastronomie im Hessenpark mit dem Adler und der Martinsklause hat er übernommen, sondern auch noch das Landhotel. Ausschlaggebend für seine Entscheidung war nach seinen Worten „die hervorragende Unterstützung durch die Hessenparkleitung in Person von Herrn Scheller und Frau Hahn“. Mit seinem Konzept, sich in den Hessenpark einzubringen, als Gastgeber in einem „Museum zum Anfassen“ und mit thematisch passenden Speisen konnte er sich gegen starke Mitbewerber durchsetzen. Mit einem fast schon begeistertem „wir sind der Hessenpark, wir machen gutbürgerliche Küche mit vielen Zutaten direkt aus der Museums-Landwirtschaft“ unterstreicht Peter Stürtz seine Ambitionen.

Die Frage nach den Auswirkungen der Corona-Krise kann das Ehepaar Stürtz mit einem weinenden und einem lachenden Auge beantworten. Die Einschränkungen im Museumsbetrieb kosteten bisher etwa 50% des Umsatzes und von den im Normalbetrieb beschäftigten 80 Voll- und Teilzeitkräften können nur etwa zwanzig beschäftigt werden. Eine weitere Auswirkung von Corona ist, dass die meisten Gäste alle im Freien sitzen wollen und im Moment ungern in die Gasträume gehen. Bei gutem Wetter ist das kein großes Problem, da genügend Platz vorhanden ist. Sobald sich jedoch schlechteres Wetter ansagt, bleiben die Gäste weg und reservierte Plätze werden abgesagt. Den ansteckenden Optimismus von Peter Stürtz können die Gäste auch daran erkennen, dass mit dem Motto „Sommerzeit ist Schoppenzeit“ freitags und samstags der Adler bis 21 Uhr geöffnet ist. 

Positiv zu sehen ist, dass eine Ausbildungsstelle für einen Koch erhalten bleiben konnte und vier bis fünf weitere Ausbildungsstellen für Köche, Restaurant-Fachleute, Veranstaltungskaufleute und auch für das Duale Studium in der unmittelbaren Planung sind. Da der Betrieb zur Zeit jedoch „auf Sicht“ gefahren wird, ist die Entscheidung noch in der Schwebe. „Es macht keinen Sinn, Lehrlinge einzustellen, wenn Museum und gastronomischer Betrieb wegen Corona wieder geschlossen werden müssen“, so Stürtz. Und mit einem leichten Augenzwinkern fährt er fort, „der einzige Vorteil von Corona ist, es gibt Personal am Markt!“ Auch hier lässt Stürtz sein soziales Engagement erkennen, indem er erzählt, dass er sehr gerne sein Personal mit Hilfe der Oberurseler Werkstätten, die schon einen Verkaufsladen im Hessenpark betreiben, ergänzen würde, um benachteiligten Menschen eine erfüllende Tätigkeit bieten zu können. Zum Schluss des sehr anregenden Gesprächs kommt Peter Stürtz noch auf eins seiner Lieblingsobjekte zu sprechen, die Martinsklause im Parkgelände. Zwar ist sie zur Zeit „dank Corona“ nur bei schönem Wetter offen, aber das Ambiente findet er anregend und ausbaufähig. So hat er als Beispiel, wer kennt es noch, das „Restaurationsbrot“ eingeführt. Sein größter Wunsch jedoch ist „ein Rock-n-Roll-Tag in der Martinsklause mit amerikanischen Straßenkreuzern, Mopeds, Harleys, Petticoats und Line-Dancern.“ Hoffen wir mit ihm und für uns das Beste.

25.07.2020
SPD-Ortstermin im Hochtaunusstift

„Herzlich willkommen! Ich freue mich, dass Sie den Weg zu uns gefunden haben.“ Mit diesen Worten begrüßte Sebastian Fischer, für das operative Geschäft des Hochtaunusstifts verantwortlicher Geschäftsführer, eine Delegation des SPD Ortsvereins Neu-Anspach. Dank der jahrelangen ehrenamtlichen Tätigkeit des stellvertretenden Vorsitzenden Günter Siats konnte dieser Ortstermin in einer für Neu-Anspach und seine Bürger wichtigen sozialen Einrichtung realisiert werden. Nachdem der Vorsitzende Kevin Kulp und seine Parteigenossen in den vergangenen Monaten den Schwerpunkt ihrer Ortstermine mehr auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die heimischen Betriebe gelegt hatten, sollte an diesem Tag der Markenkern der Partei, der soziale Aspekt, in den Vordergrund treten. „Wie geht es weiter, Herr Fischer?“ war die erste und drängendste Frage der Runde nach den vielfältigsten und teilweise widersprüchlichen Informationen der letzten Wochen und Monate. Diese Frage leitete einen ausführlichen Exkurs Fischers ein, angefangen vom Pflegestatus, über den Zustand der Immobilie und seine Zukunft bis zur aktuellen Situation im Haus.
Wichtig für die aktuell ca. 55 Bewohner ist, dass die Versorgungs- und Pflegeverträge mit den jeweiligen Trägern abgeschlossen sind, allerdings nur bis Ende des Jahres. Die Weiterführung ist „abhängig von der im Moment noch nicht klaren Absicht des Eigentümers, was mit dem Gebäude mittel- und langfristig geschehen soll“, so Fischer. Hier hakte Kulp ein, der erklärt „die SPD Neu-Anspach ist stark an der Weiterführung als Senioren- und Pflegeheim interessiert und wird die dazu notwendigen Maßnahmen unterstützen.“
Ein großes Problem laut Fischer ist der aktuelle bauliche und technische Zustand des Gebäudes. „Der Zustand des Hauses entspricht nicht mehr den zeitgemäßen Anforderungen an ein Senioren- und Pflegeheim“, führte er aus. „Wir leben damit, was über Jahre nicht investiert wurde.“
Covid-19 war natürlich sowohl für die Gesprächsrunde als auch in besonderem Maße für das Hochtaunusstift ein Thema. „In der Hochphase war die Einrichtung von der Außenwelt weitestgehend abgeschirmt. Der Besuch von Angehörigen war komplett untersagt, das hat merklich auf die Stimmung gedrückt.“ erzählte Fischer. Heute im aktuellen Betrieb ist der Speiseraum wieder geöffnet, es gibt drei Besuchstage pro Woche mit je einer Stunde für jeden Bewohner und alle Dienstleistungen wie Frisör oder Fußpflege laufen wieder.
Während des ganzen Gespräches merkte man, mit welcher Begeisterung Sebastian Fischer seinen Beruf ausübt, besonders, als er am Schluss auf die Zukunft zu sprechen kommt: „Visionen für einen zukünftigen Betrieb hätten wir!“ So stellt er sich ein offenes Haus vor, eingebunden in die Kommune. Das Miteinander würde gefördert und das Stift hätte einen Hotelcharakter mit allen Pflegeangeboten, angefangen mit ambulanter Pflege über Tagespflege und Pflegeheim bis zur Seniorenresidenz. Auch hob er das Ehrenamt hervor, das in der Vergangenheit immer eine wichtige Stütze war, „aber im Moment eingeschlafen ist“, wie Fischer bedauernd bemerkte.

26.06.2020
Pressemitteilung: Alte Schule Westerfeld

Seit über einem Jahr ist die Alte Schule in Westerfeld Zankapfel innerhalb der Neu-Anspacher Lokalpolitik. Nachdem gegen die Stimmen der SPD der Westerfelder Kindergarten geschlossen und nach Hausen verlegt wurde, steht das Gebäude leer. Die Stadt wiederum führt Verhandlungen mit der Evangelischen Kirche Westerfeld über einen möglichen Ankauf des Gebäudes. Nun meldet sich hierzu die SPD zu Wort. „Wir hoffen, dass bezüglich eines möglichen Ankaufs dieser Liegenschaft spätestens bis zu ersten Sitzungsrunde nach den Sommerferien eine Vorlage eingebracht wird“, meint der SPD-Parteivorsitzende Kevin Kulp. Zu diesem Zeitpunkt solle nämlich auch das Kindertagesstättenentwicklungskonzept beschlossen werden. „Hier können Überlegungen einfließen, wie die Alte Schule mit einem neuen Konzept wieder den Westerfelder Kindern zur Verfügung gestellt werden kann“, führt Kulp weiter aus. Darüber hinaus sei die Alte Schule ein wichtiges Element der Westerfelder Identität und müsse somit in öffentliche Hand gelangen“, betont auch der stellvertretende Parteivorsitzende Günter Siats. Könnte man in der Alten Schule ein Tagesmütterzentrum etablieren, würde die anderen Kindertagesstätten entlastet. Schließlich sei im Zuge des gerade entstehenden Westerfelder Baugebietes auch in unmittelbarer Nähe zur Alten Schule auch wieder mit mehr Kindern zu rechnen. Somit sei ein Ankauf eine Zukunftsinvestition, mit welcher die Stadt auf lange Sicht erhebliche Summen einsparen könnte gegenüber einem Neubau einer anderen Kindertagesstätte. Und noch einen Vorteil sehen die Sozialdemokraten in einem Ankauf des Gebäudes, berichtet Siats: „Im oberen Stockwerk sind zwei Wohnungen untergebracht, welche die Stadt preisgünstig an Bedürftige vermieten könnte.“ Gerade in Zeiten, in denen immer mehr Wohnungen aus der Sozialbindung rausfallen und somit kostengünstiger Wohnraum für bestimmte Bevölkerungsgruppen fast überhaupt nicht mehr zu haben ist, sei es wichtig, wieder Wohnungen in eigene Hand zu bekommen, meint auch Kulp. „Damit nehmen wir als Stadt eine unserer zentralen Aufgaben, die Daseinsfürsorge, wahr.“ Abschließend weisen Kulp und Siats darauf hin, dass ja auch die Kirche selbst vor einiger Zeit betont hat, dass das Gebäude auch in Zukunft für soziale Zwecke genutzt werden sollte. Insofern sei man davon überzeugt, dass sicherlich eine Einigung zwischen Stadt und Kirche zustande kommen würde, mit der beide Seiten leben könnten.

24.06.2020
SPD-Ortstermin bei Schuhhaus Weidner

Nach Lebensmittel-Einzelhandel und Reisebranche hat der SPD Ortsverein sich diesmal die Bekleidungsbranche für ihren Ortstermin gewählt. Besuchsziel ist Weidner Fashion Shoes in der Gustav-Heinemann-Straße. „Ich begrüße es sehr, dass sich die Lokalpolitik in diesen außergewöhnlichen Zeiten um uns Gewerbetreibende kümmert.“ Mit diesen Worten heißt Heinz Weidner die 15 Genossen um den Vorsitzenden Kevin Kulp, den Fraktionsvorsitzenden Prof. Jürgen Göbel und den Bürgermeister Thomas Pauli herzlich willkommen. Nach einem kurzen Rückblick auf das Unternehmen, gegründet 1905 von Therese Henrici, weitergeführt von ihrem Sohn Heinrich Wilhelm Henrici und letztendlich in die Hände von Heinz und Sabine Weidner und jetzt ihrem Sohn Dennis übergegangen, kommt Heinz Weidner auf die heutige Situation in der Schuhbranche zu sprechen. Seine Herausforderungen sind zum einen der kleiner werdende Kundenkreis, „junge Leute kaufen nicht mehr so häufig im Fachgeschäft, sie bevorzugen mehr den Internethandel“, so Weidner, zum anderen die Konkurrenz durch die Handelsketten. Ein gewichtiger Kostenfaktor ist etwa der vorzufinanzierende Lagerbestand. Auf die Frage von Kulp nach der Größe seines Bestandes meint Weidner: “Rein rechnerisch könnte ich ganz Neu-Anspach mit Schuhen versehen. Wir haben im Moment ca. 15.000 Paar Schuhe auf Lager.“ Sein Ziel ist jedoch wie er sagt: „weniger muss wieder mehr sein, das aber hochwertig“. Deshalb beschränkt er sein Angebot auf den mittleren bis gehobenen Preissektor, was ihm die Neu-Anspacher Bevölkerung, die nach seinen Worten den wesentlichen Kundenkreis darstellt, durchaus honoriert. Die Frage aus der Runde nach den Auswirkungen der Pandemie kann er recht einfach beantworten: „Wir haben seit sechs Wochen wieder geöffnet, von den 15 Mitarbeitern waren alle in Kurzarbeit und der Umsatz ist um 30% eingebrochen.“ Aber das Vertrauen auf eine Normalisierung der Lage ist groß. Aus diesem Grund wird das Schuhhaus Weidner auch in diesem Jahr wieder eine Ausbildungsstelle zum Einzelhandelskaufmann anbieten. Ein Ortstermin endet nie ohne die Frage nach den Wünschen an die Politik. Und so verabschiedet Heinz Weidner die Politikerrunde mit den Worten: „Bitte heute keine Steuer- oder Gebührenerhöhungen, das Geld muss von oben nach unten verteilt werden, es muss unten ankommen. Bitte die Parkplatzsituation für den Einzelhandel kundenfreundlicher gestalten und“, mit einem leichten Augenzwinkern, „bitte baut mir den Platz vor dem Feldbergcenter nicht komplett zu!“

23.06.2020
Pressemitteilung Jugendpflege

„Die SPD-Fraktion hat sich auf ihrer letzten Fraktionssitzung einstimmig für die Einstellung eines neuen Jugendpflegers ausgesprochen“, berichtet der SPD-Fraktionsvorsitzende Prof. Dr. Jürgen Göbel. Damit reagiert die SPD auf die durch den Wegzug des ehemaligen Jugendpflegers Gerold Gröbel vakant gewordene Stelle innerhalb der Verwaltung. „Herr Gröbel hat im Jugendbereich hervorragende Arbeit geleistet, sodass sein Wegzug ein Verlust für unsere Kommune darstellt“, meint der SPD-Parteivorsitzende Kevin Kulp. Gerade der Blick auf die geleistete Arbeit des ehemaligen Jugendpflegers zeige aber, wie wichtig es für eine Kommune wie Neu-Anspach sei, in diesem Bereich gut aufgestellt zu sein. „Durch die Arbeit eines Jugendpflegers wird nicht nur Jugendlichen in Not Hilfestellung geboten. Es wird sich auch um die verschiedenen Jugendgruppen gekümmert und nach Möglichkeiten gesucht, wo diese sich ausleben können, ohne dass sich andere Bürger gerade im Bereich rund um das Bürgerhaus gestört fühlen“, bemerkt Göbel. Dadurch könnten Generationenkonflikten vermieden werden. „Diese Arbeit ist gerade jetzt im Sommer wichtig; insbesondere in einem Sommer, in dem viele Bürgerinnen und Bürger in Neu-Anspach bleiben werden“, meint auch Kulp. Daher sei es dringend geboten, dass die Stelle des Jugendpflegers möglichst schnell neu besetzt werde. Formal muss für dieses Ansinnen die von der Stadtverordnetenversammlung im Zuge der vergangenen Haushaltsberatungen pauschal beschlossene Wiederbesetzungssperre aufgehoben werden. Einen entsprechenden Antrag habe die SPD-Fraktion am vergangenen Montag verabschiedet und zur nächsten Stadtverordnetenversammlung eingereicht. „Wir hoffen auf breite Zustimmung der anderen Fraktionen zu diesem wichtigen Anliegen“, meinen Kulp und Göbel abschließend.